Domainumzug: Was Website-Betreiber beachten müssen

Allgemein

Ein Domainumzug – also der Transfer einer Internetadresse von einem Provider zum anderen – ist für viele Unternehmen und Website-Betreiber ein notwendiger Schritt. Gründe dafür gibt es zahlreiche: bessere Preise, technische Anforderungen oder ein neues Webprojekt bei einer anderen Agentur. Doch trotz der Routine solcher Vorgänge ist Vorsicht geboten. Wer seine Domain umzieht, sollte im Vorfeld genau planen, welche Daten benötigt werden und welche Auswirkungen der Wechsel hat.

Was ist eine Domain – und wem gehört sie?

Eine Domain ist die eindeutige Adresse einer Website im Internet, etwa beispiel.de oder beispiel.com. Sie dient als Name unter dem Inhalte, E-Mail-Dienste oder DNS-Einstellungen erreichbar sind.

Die Domain selbst gehört nicht dem Registrar (also dem Hoster oder Anbieter), sondern dem Domaininhaber, der sie über einen Provider lediglich registriert. Die Verwaltung erfolgt über zentrale Vergabestellen:

DENIC verwaltet alle .de-Domains.

NIC oder entsprechende Registrare verwalten länderspezifische TLDs wie .at, .ch oder .fr.

Für generische Domains wie .com, .net, .org oder .info sind internationale Registrare wie Verisign, Public Interest Registry oder Afilias Limited zuständig.

Der Hoster ist nur Dienstleister – die Domain bleibt immer Eigentum des eingetragenen Inhabers, also Ihnen.

Was geht beim Domainumzug verloren?

Ein Domainumzug überträgt nur die Domain – nicht die darunter liegenden Inhalte. Das bedeutet:

Website-Daten der alten Seite sind nicht mehr aufrufbar, sobald die Domain auf den neuen Server zeigt.

E-Mail-Postfächer verschwinden ebenfalls beim alten Hoster und müssen im neuen Hostingpaket neu angelegt werden.

Sowohl Website-Dateien (HTML, CMS, Datenbanken) als auch komplette Postfachinhalte sollten daher unbedingt vorher gesichert werden.

Warum ziehen Domains überhaupt um?

Häufige Gründe für einen Domainumzug sind:

Steigende oder unattraktive Preise des alten Hosters

Ein neues Webprojekt bei einer anderen Agentur oder einem neuen Dienstleister

Unzufriedenheit mit Support oder Performance

Bessere Tarifmodelle oder zusätzliche Funktionen beim neuen Anbieter

Welcher Hostingtarif wird benötigt?

Vor einem Umzug ist es wichtig, sich Gedanken über die Anforderungen zu machen:

1. Soll eine Website betrieben werden?

Dann benötigen Sie ein Hostingpaket mit:
Webspace

Datenbank (z. B. MySQL)

PHP-Unterstützung, etc.

Tipp: Lassen Sie sich alle Daten (Dateien & Datenbanken) der alten Website geben, um diese nahtlos beim neuen Anbieter wiederherstellen zu können.

2. Werden nur E-Mail-Postfächer genutzt?

In diesem Fall reicht oft ein günstigerer Tarif. Dennoch wichtig:

Alle Postfächer müssen im neuen Hosting neu eingerichtet werden.

Unbedingt auf Postfachgrößen achten – Tarife unterscheiden sich teils erheblich.

3. Wird die Domain nur für DNS-Anpassungen verwendet?

Wenn lediglich DNS-Einträge benötigt werden, etwa:

Nutzung eines Exchange-Dienstes

externer Mailserver

externe Website- oder Services

…reicht in vielen Fällen ein sehr einfacher Tarif mit DNS-Verwaltung.

4. Kann das Hostingpaket später aufgestockt werden?

Gerade wachsende Projekte sollten darauf achten, dass das Paket erweiterbar ist – etwa in Bezug auf:

Webspace

E-Mail-Konten

Datenbanken

Performance-Optionen

Welche Daten werden für den Umzug benötigt?

Ein Domainumzug erfordert einige grundlegende Informationen:

Kontaktdaten des neuen Domaininhabers

Diese müssen korrekt sein, da sie bei der Registrierung hinterlegt werden.

Der Authcode

Der Authcode (auch AuthInfo oder Transfercode) ist eine Art „Schlüssel“ des Domaininhabers, der den Providerwechsel ermöglicht.
Wichtige Punkte dazu:

Er wird vom alten Provider ausgegeben.

Er ist zeitlich begrenzt gültig (typischerweise 14–30 Tage, je nach Registrar).

Ohne Authcode ist ein Umzug nicht möglich.

DNS- und Mail-Einstellungen

Nach dem Umzug müssen:

DNS-Einträge (A, AAAA, CNAME)

MX-Einträge für Mail

TXT-Einträge (z. B. für SPF, DKIM, DMARC)

Während der DNS-Umstellung kann es kurzzeitig zu eingeschränkter Erreichbarkeit kommen.

Wie oft können Domains umgezogen werden?

Grundsätzlich können Domains beliebig oft den Provider wechseln. Allerdings gibt es je nach Domainendung feste Transfersperren, die einen sofortigen erneuten Umzug verhindern. Diese Sperrfristen sollen Missbrauch verhindern und sicherstellen, dass Domaininhaber eindeutig identifizierbar bleiben.

Transfersperre von generischen Top-Level-Domains (z. B. .com, .net, .org, .info, .biz, .mobi)

Für die bekannten generischen Top-Level-Domains (gTLDs) gilt eine Transfersperre von rund 60 Tagen.
Diese tritt ein:

nach einer Neuregistrierung

nach einem erfolgreich durchgeführten Transfer

nach Änderungen an den Kontaktdaten, insbesondere der E-Mail-Adresse des Domaininhabers (Admin-C)

Die Sperrfristen werden von der ICANN festgelegt. Sie dienen dazu, ein Hin- und Herwechseln der Domain (inklusive häufiger Inhaberwechsel) zu verhindern, was bei rechtlichen Problemen die Identifikation des Verantwortlichen erschweren würde.

Besonderheit bei .ME-Domains:

Hier gilt die 60-Tage-Transfersperre nur nach der Neuregistrierung, nicht nach einem Transfer.

Sperrfrist nach Domainlöschung (Redemption- oder Quarantänephase)

Nach der Löschung einer Domain greifen je nach Endung ebenfalls Sperrfristen, in denen die Domain reaktiviert oder wiederhergestellt werden kann. Die Domain ist in dieser Zeit nicht frei verfügbar; die WHOIS-Daten bleiben sichtbar, damit der bisherige Inhaber sie zurückholen kann.

Übersicht über die wichtigsten Sperrfristen nach Löschung:

.de – 30 Tage (Redemption Grace Period)

.it, .lu, .cn – 30 Tage

.pro – 35 Tage

.ch – 40 Tage (On-Hold-Frist)

.eu – 40 Tage (Quarantäne; Reaktivierung oder Transfer möglich)

.at – ca. 8 Wochen Sperrfrist nach Kündigung

.tv & .cc – 30 Tage Sperrfrist + zusätzliche 5 Tage bis endgültiger Löschung

Diese Fristen verhindern, dass Domains versehentlich verloren gehen und geben dem Inhaber ausreichend Zeit, eine Löschung rückgängig zu machen.

Fazit

Ein Domainumzug ist grundsätzlich unkompliziert – wenn er gut vorbereitet wird. Wer Website-Daten und Postfächer sichert, die richtigen Hostinganforderungen kennt und DNS-Anpassungen sorgfältig einrichtet, vermeidet Ausfälle und Überraschungen. Eine gründliche Planung ist daher entscheidend für einen reibungslosen Wechsel zum neuen Provider.

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